Waldkindergarten Brühl : Rundum lebendig

Der Waldkindergarten möchte Kinder in allen ihnen möglichen Entwicklungsaufgaben begleiten, fördern und herausfordern. Die pädagogischen Fachkräfte des Waldkindergartens haben sich hierzu auf ein Konzept zur Gestaltung von Bildungsaufgaben verständigt, dem vier Bildungsbereiche zu Grunde liegen:

 

  • ICH DU WIR
  • AKTION
  • WERKSTATT
  • UNIVERSUM

 

Alle vier Bildungsbereiche bedingen sich und greifen ineinander über.

 

ICH DU WIR

Körper, Psyche, Gesundheit, Gemeinschaft, Gesellschaft

Durch die vielfältigen Bewegungsanlässe im Wald und durch erleben und erfahren von sozialen Beziehungen und der Beziehung zum Wald und seinen Bewohnern, entwickelt sich die Persönlichkeit ständig weiter, lernen wir uns und andere in den verschiedensten Facetten kennen. Der Wald bietet für jede Stimmungslage Raum und Ort in dem wir sein können. Vielfältige Wahrnehmungserfahrungen regen die Körpersinne an. Im Wechsel der Jahreszeiten lernen die Kinder auf sich, auf einander und ihre Gesundheit zu achten. Sie erleben und erfahren die Wohltat und die Notwendigkeit von Gemeinschaft. Erproben sich im miteinander und im gegeneinander. Kinder lernen ihre Gefühle zu differenzieren und verarbeiten durch sprachliches Denken und sozialen Austausch

 

AKTION

Bewegung, Spiel, Fantasie, Sprache

Jeder Mensch strebt von sich aus nach Wachstum - nach Bewegung. In Bewegung entwickelt sich unsere Persönlichkeit weiter, in Bewegung erleben und erfahren wir soziale Prozesse, soziales Miteinander. Die Kinder finden im Wald täglich vielfältige Bewegungsanlässe, die für jedes Kind die richtige Herausforderung bieten. Es ergeben sich täglich immer wieder neue Anlässe zum vertieften und spontanen Spiel. Zum Einzel-, Partner- oder Gruppenspiel. Die unstrukturierten Bewegungsmaterialien und -räume (Stöcke, Stämme, Bäume, Steine, Hänge, Hügel, Schluchten,...) regen unterschiedlichste Bewegungsformen und die Fantasie an. Bewegungsabläufe werden eingebettet in fiktive Ereignisse und abenteuerliche Unternehmungen. Das unstrukturierte Material verschafft den Kindern immerwährende Sprachanlässe (der Stock wär jetzt ein Schlüssel und in der Baumhöhle würde eine Elfe wohnen,...) Zusätzlich bieten Morgen, Frühstücks-, Abschlusskreise, Bilderbuchbetrachtungen,... Sprachanlässe in denen die Kinder in ihrer Sprachentwicklung gefördert und gefordert werden.

 

WERKSTATT

Malen, Formen, Gestalten, Musik

Beim bildnerischen Gestalten steht der Umgang mit nicht vorgefertigten, insbesondere formbaren Materialien wie Erde, Lehm, Ton, Sand oder Holz im Vordergrund. Kinder können sich durch Eigenkonstruktionen mit physikalischen und anderen naturwissenschaftlichen Phänomenen beschäftigen. Sie formen und gestalten, bauen auf, bauen ab, hinterlassen Spuren und Fußabdrücke. Sie erfahren sich als konstruierenden Menschen, Prozesse die Kinder im Waldkindergarten oder zu Hause erleben können sie im Bildungsbereich Werkstatt bearbeiten, reflektieren und weiter entwickeln. In ihrem individuellen Tempo können sie ihre Fähigkeiten zum malen, modellieren, ihre Handgeschicklichkeit, Körperkoordination und Farbwahrnehmung, ihre Fantasie und Experimentierlust entwickeln. Als Gruppe und allein erproben sie sich in Musik, lernen Klänge, Rhythmen und Melodien kennen.

 

UNIVERSUM - Wunder der Welt

Komplexität, Sinneszusammenhänge, Natur und kulturelle Umwelt

In der intensiven Begegnung des Waldes im Wandel der Jahreszeiten erfahren die Kinder sich selbst als Bestandteil des Universums. Sie erfahren die Sinneszusammenhänge durch vielfältige Naturphänomene (Regen, Trockenheit, Wachstum, Fortpflanzung,...) und erleben sich selbst als handelndes Individuum innerhalb dieser Prozesse. Die Begegnung mit der Natur intensiviert die Gefühle der Kinder. Sie lernen Verantwortung für sich und ihre Umwelt zu übernehmen. Alle Sinne werden angeregt durch Formenvielfalt, Kleinzelligkeit, Höhenunterschiede, unterschiedliche Bodenstrukturen und Rückzugsmöglichkeiten. Der Zugang zur Natur und ihrer (Er)kenntnis erfolgt auf der Ebene des Sammelns, Betrachtens, Umgehens, Ausprobierens, der Pflege und der Dokumentation. Der Bildungsbereich Universum - Wunder der Welt erschließt sich zunächst über den Umgang mit den Elementen (Erde, Wasser, Feuer, Luft). Es wird ein Grundstein für forschende Neugierde gelegt.

Auch die Phänomene der kulturellen Umwelt wie Verkehr, Kulturen, Gebäude, Kunst, Dienstleistung, Verarbeitung beleben den Forschergeist der Kinder und werden nach individuellen Interessen und Begebenheiten in Projekten bearbeitet.